Jordanien – Zwischen Wüste, Weltwundern und Gastfreundschaft
Jordanien ist ein Land voller Kontraste: endlose Wüstenlandschaften, das glitzernde Tote Meer mit faszinierenden Salzkristallen und lebendige Städte voller Bewegung. Jeder Ort erzählt seine eigene Geschichte und genau diese Vielfalt hat uns vom ersten Moment an beeindruckt. Zwischen jahrtausendealter Kultur, atemberaubender Natur und herzlicher Gastfreundschaft haben wir unvergessliche Eindrücke gesammelt.
In diesem Blog nehmen wir euch mit auf unsere Reise durch Jordanien und zeigen euch die besonderen Stopps und Momente, die dieses Abenteuer für uns so besonders gemacht haben.
Amman – Dachterrassen, Gassen und Sonnenuntergänge
Schon der erste Blick von unserer Dachterrasse haut uns komplett um. Amman wirkt wie eine endlose Stadt aus Sandstein, die sich über Hügel und Berge zieht. Überall sehen wir Moscheen, kleine Gassen und Häuser, die sich scheinbar bis zum Horizont stapeln.
Gerade angekommen, geht es direkt zur Zitadelle. Schon der Weg dorthin lohnt sich: Wandgemälde, kleine Treppenstraßen und ständig neue Ausblicke über die Stadt begleiten uns. Pünktlich zum Sonnenuntergang stehen wir oben und sehen zu, wie Amman langsam in warmes, orangefarbenes Licht getaucht wird.
Am nächsten Tag machen wir einen Tagestrip nach Jerash – eine der am besten erhaltenen römischen Städte überhaupt. Zwischen Säulen, Tempeln und alten Straßen versuchen wir uns vorzustellen, wie die Menschen hier früher gelebt haben.
Nach den ersten Tagen voller Stadttrubel zieht es uns weiter Richtung Totes Meer.
Amman
Die Aussicht von der Dachterrasse bei Sonnenuntergang
Das Tote Meer – Schweben statt Schwimmen
Endlich wieder Meer. Schon der erste Blick auf das Tote Meer ist komplett surreal. Das Wasser schimmert türkis und drumherum liegen nur Berge und Wüste.
Natürlich probieren wir sofort aus, wie es sich anfühlt, auf dem Wasser zu treiben – und ja, das macht Spaß, solange man kein Wasser in die Augen bekommt :)
Auf dem Weg Richtung Petra fahren wir lange am Toten Meer entlang. Die Salzkristalle glitzern in der Sonne und das Wasser wirkt fast unnatürlich blau. Einen kleinen Abstecher machen wir noch zum sogenannten Pink Lake. Was auf Instagram wie ein verstecktes Naturwunder aussieht, ist in der Realität eher ein kleines, stinkendes Wasserloch. Die rosa Farbe entsteht durch Algen und Bakterien im extrem salzigen Wasser. Baden wollen wir dort nicht, aber anschauen lohnt sich trotzdem.
Auch das Essen in Jordanien gefällt uns sehr gut. Überall bekommen wir Falafel, Hummus, Baba Ghanoush und frisches Brot – perfekt zum Teilen.
Besonders angenehm finden wir auch die Menschen: freundlich, entspannt und überhaupt nicht aufdringlich.
Mit genau diesem Gefühl machen wir uns schließlich auf den Weg nach Petra.
Petra – Zwischen Felsen und Geschichte
Schon die Fahrt nach Petra fühlt sich wie ein kleiner Roadtrip durch eine komplett andere Welt an. Zum ersten Mal geht es richtig durch die Berge. Unser kleiner Nissan hat mit uns fünf Personen ordentlich zu kämpfen, aber die Aussicht ist jede Kurve wert.
Am Eingang von Petra werden wir direkt von einem Busfahrer angesprochen, der uns eine Fahrt verkaufen will. Zum Glück haben wir von unserem Airbnb-Host schon erfahren, dass es auch kostenlose Shuttlebusse gibt. Der Fahrer nimmt es mit Humor und bittet uns, das nicht den anderen Touris zu erzählen.
In Petra laufen wir durch den berühmten Siq – die enge Felsschlucht, die langsam auf die Schatzkammer (Al-Khazneh) zuführt. Hinter jeder Kurve fragen wir uns: Jetzt müsste sie doch endlich kommen.
Und dann steht sie plötzlich vor uns.
Die Schatzkammer ist zwar etwas kleiner als erwartet, aber trotzdem beeindruckend. Wahrscheinlich hatten wir vorher einfach falsches Erwartungsmanagement betrieben. Faszinierend bleibt vor allem, wie die Fassaden direkt in den Fels gehauen wurden.
Was Petra für uns besonders macht, ist mehr das Gesamtbild und wie weitläufig die Stadt ist, als nur die einzelnen Highlights, die man auf Insta zu sehen bekommt.
Nach einer Wanderung durch das Gelände und einem Essen sitzen wir abends mit dem Hostelbesitzer und seinen Freunden zusammen und unterhalten uns lange über ihr Leben, ihre Arbeit und die Unterschiede zu Deutschland.
Am nächsten Morgen geht es weiter nach Little Petra – deutlich ruhiger, kaum Touristen und fast noch beeindruckender durch diese Stille.
Von dort wandern wir durch die Berge bis zum Kloster. Noch größer als die Schatzkammer und komplett aus dem Felsen gehauen.
Nach all den Ruinen und Wanderungen freuen wir uns auf den nächsten Stopp: Wadi Rum.
Wadi Rum – Unser Highlight
Wadi Rum ist für uns der schönste Ort der Reise.
Wir haben eine eine Jeep-Tour mit Übernachtung in der Wüste gebucht. Auf der Ladefläche fahren wir durch roten Sand und riesige Felslandschaften – ein unglaubliches Freiheitsgefühl.
Das Schönste für mich ist es, barfuß durch den warmen Sand zu laufen.
Zwischendurch halten wir in einem Beduinenzelt, wo unser Fahrer (ein alter, kleiner Beduine) für uns kocht – obwohl er selbst wegen Ramadan nichts essen oder trinken darf. Derselbe gibt uns auch frische Kamelmilch zum probieren. Schmeckt!
Zum Sonnenuntergang sitzen wir auf einem Felsen mitten in der Wüste. Absolute Ruhe, nur Sand, Felsen und irgendwo ein entferntes Kamel.
Kurze Zeit später werden wir im Camp traditionell bekocht und sitzen danach am Feuer mit den Beduinen. Einer von ihnen erzählt uns, dass er 3–4 Tage im Monat arbeitet und sonst in der Wüste lebt. Er hat sich ein Haus gebaut und ist noch auf der Suche nach einer Frau.
Fasziniert von seiner Geschichte schauen wir uns noch den klaren Sternenhimmel an und gehen schließlich schlafen.
Am nächsten Morgen wachen wir zum Sonnenaufgang auf – überwältigt von der ganzen Reise.
Und so schnell ist auch das vorbei und es treibt uns wieder in die Stadt.
Aqaba und Rückkehr nach Amman
Schließlich geht es für uns noch ans Rote Meer nach Aqaba. Das Meer ist schön, insgesamt hat der Ort für uns aber weniger Charme als der Rest des Landes.
Nach ein paar entspannten Stunden am Meer geht es schließlich zurück nach Amman.
Dort schlendern wir ein letztes Mal durch die Gassen mit kleinen Restaurants und Straßenständen.
Zum Abschluss essen wir noch einmal bei Hashim: Falafel, Dips, Tee (mit so viel Zucker, dass der Löffel darin stehen könnte) und Kunafa – eine süße Spezialität aus Käse und knusprigem Teig.
Mein Lieblingsgericht von der Reise ist Maqluba: Reis, Gemüse und Hähnchen, das zusammen gekocht und anschließend kopfüber auf den Teller gestürzt wird - die Röstaromen machen das ganze so besonders.
Fazit
Jordanien hat uns überrascht.
Nicht nur wegen der Landschaften und der Geschichte, sondern vor allem wegen der Atmosphäre. Zwischen antiken Ruinen, Wüste und lebendigen Städten haben wir uns unglaublich wohlgefühlt.
Die Reise war eine perfekte Mischung aus Abenteuer, gutem Essen, Natur und entspannten Momenten – genau deshalb wird sie uns noch lange in Erinnerung bleiben.
HIER GEHT ES NOCH WEITER ZUR JORDANIEN GALERIE - WENN DU DAS GELESENE MIT BILDERN FÜLLEN MÖCHTEST: