Bali - es geht los!
Die Entscheidung für unsere erste Reiseetappe war schwieriger als gedacht. Je mehr Videos und Reiseblogs wir uns anschauten, desto länger wurde die Liste der Orte, die wir gerne besuchen wollten. Nach einigem Hin und Her entschieden wir uns schließlich für 2 Monate Indonesien – und damit für Bali als ersten Stopp unserer Reise. Rückblickend hätten wir uns kaum einen besseren Ort für den Start unseres Abenteuers vorstellen können.
Hier findet ihr eine ungefähre Übersicht unserer ersten Stationen auf Bali :
Uluwatu
Traumstrände, Kokosnüsse und viel Sonne
Unser zweimonatiger Trip durch Indonesien startet direkt in einem der klassischen Touristenorte: Uluwatu.
Nach einer Taxifahrt durch die chaotischen und wirklich vollen Straßen, vorbei an unzähligen Baustellen, kommen wir schließlich auf einem Schotterweg an, der weit abseits des ganzen Trubels liegt. Auf dem Weg zu unserer ersten Unterkunft fahren wir an Kühen, Hühnern und – wie wir später noch feststellen werden – einigen Affen vorbei.
Unsere Unterkunft: eine kleine Holzhütte mit offenem Badezimmer. Schnuckelig.
Das eigentliche Highlight ist aber die Lage. Wir wohnen direkt auf einer Klippe oberhalb des Nyang Nyang Beach. Der Blick auf das Meer von hier oben ist einfach überwältigend.
Über eine Treppe, die durch den Dschungel führt und an einem kleinen Tempel vorbeigeht, gelangen wir zum Strand. Immer wieder sehen wir durch die Palmenblätter das türkisblaue Meer und die weiß schäumenden Wellen. Und dann stecken wir endlich die Füße in den warmen Sand – an einem Strand, der sich scheinbar endlos entlang der Küste zieht.
Die grün bewachsenen Klippen auf der einen Seite und das blau-weiße Meer auf der anderen machen das Bild perfekt. Es übertrifft wirklich jedes Naturpanorama, das wir bisher gesehen haben.
Auch hinter uns zieht sich der Strand entlang der Küste. Nur vereinzelt begegnen uns andere Menschen, der Strand ist etwas außerhalb der Touristenzone und die wenigen Besucher fahren die Straße hinunter und kommen garnicht bis zu den Treppen. Wirkt dadurch ein bisschen wie unser eigener Privatstrand.
Ein kleiner Stand, der von einem Lokal betrieben wird, passt perfekt in diese Kulisse. Hier trinken wir die leckerste Kokosnuss überhaupt. Der Tipp des älteren Besitzers: ein wenig Limette in das Kokoswasser drücken. Die pure Erfrischung und gleichzeitig eine echte Geschmacksexplosion. Wir lieben es jetzt schon!
In Uluwatu versuchen wir erst einmal anzukommen, unseren Jetlag loszuwerden und verbringen die meiste Zeit am Strand.
Außerdem machen wir Ausflüge zu anderen Stränden wie dem Dreamland Beach und dem Padang Padang Beach. Das sind bekannte Strände, die leider deutlich voller sind. Das Wasser ist dort etwas ruhiger und die Sonnenuntergänge ebenfalls wunderschön. Am besten gefallen haben uns allerdings die frisch gegrillten Maiskolben und Satay-Spieße direkt am Strand. So lecker, dass einem sofort wieder das Wasser im Mund zusammenläuft.
Wir unternehmen außerdem einen Ausflug zu dem Hindutempel Priya Tegal Sari, um uns eine Vorführung eines traditionellen Rituals anzusehen: den Kecak-Feuertanz. Ein traditioneller Tanz, bei dem viele Männer im Kreis sitzen und rhythmisch „cak“-Laute singen. Dabei wird eine Geschichte aus der indischen Mythologie nachgespielt. Es war interessant, das einmal erlebt zu haben, und der Sonnenuntergang war wirklich wunderschön. Ansonsten war es aber nicht ganz unser Ding, vor allem weil es komplett von Touristen überfüllt war.
In der Tempelanlage gilt auf jeden Fall: Sachen festhalten! Wir konnten einige Affen beobachten, die mit Handys oder Brillen in den Händen durch die Gegend liefen. Lustig anzusehen – solange es nicht die eigenen Sachen sind.
In den nächsten Tagen besuchen wir viele Warungs (so werden die lokalen kleinen Läden genannt) und probieren die unterschiedlichsten Gerichte: von dem klassischen Nasi Goreng (gebratener Reis) bis hin zu Klepon (eine traditionelle Süßigkeit aus Klebreismehl gefüllt mit Palmzucker und Kokosnuss)
Bisher schmeckt uns alles richtig gut!
Canggu
Pool, Essen und umherfahren
Hier haben wir eine Unterkunft mit Pool im Garten, an dem wir einige Stunden verbringen. Es ist einfach traumhaft: lesen, arbeiten, zwischendurch schwimmen gehen, etwas Leckeres essen und dabei eine Kokosnuss trinken. So sehen perfekte Tage aus.
In Canggu gibt es viele schicke Cafés und Boutiquen. Nicht unbedingt unser Ding. Die Strände sind zwar ideal für Surfanfänger, kommen aber bei Weitem nicht an die Strände heran, die wir bisher gesehen haben.
Wir leihen uns einen Roller und fahren aus der Stadt hinaus, vorbei an Reisfeldern, zu einem abgelegenen Tempel. Die Anlage ist wunderschön gepflegt, angenehm ruhig und längst nicht so überlaufen wie andere Sehenswürdigkeiten. Es ist spannend zu sehen, wie solche Tempelanlagen aufgebaut sind.
Übrigens ist ChatGPT momentan unser persönlicher Reiseführer und erklärt uns viele Dinge. Zum Beispiel, dass die Anzahl der Dächer der traditionellen Tempeltürme in Bali die spirituelle Bedeutung der verehrten Gottheit oder des Ahnen widerspiegelt. Je mehr Dächer ein Turm hat, desto bedeutender ist die verehrte Figur. Das mal anzusehen können wir auf jeden Fall empfehlen.
Mit dem Roller durch die Straßen zu fahren fühlt sich unglaublich frei an. Ohne großes Ziel einfach loszufahren, die Umgebung zu beobachten und zu schauen, was man entdeckt.
Später besuchen wir noch den bekannten Tempel Tanah Lot. Dieser steht auf einem Felsen, der bei Flut vollständig vom Meer umgeben ist. Hier ist allerdings viel los. Reisegruppen, Menschenmassen und unzählige Verkaufsstände prägen das Bild. Von Kleidung über Souvenirs bis hin zu frischem Obst gibt es alles zu kaufen.
Hier bekommen wir das Gefühl, dass es weniger um den Tempel selbst und mehr um den Tourismus geht.
Ubud
Zwischen Natur, Kultur und Tourismus
Ubud gilt als das kulturelle Zentrum Balis.
Hier mieten wir uns für drei Tage einen Roller, besuchen die berühmten Reisterrassen, unternehmen eine Wanderung und geraten dabei auch in unseren ersten tropischen Regenschauer.
Wir wohnen bei einer Familie auf ihrem Grundstück. Es handelt sich um ein typisch balinesisches Anwesen. Am besten lässt es sich als großer Garten mit mehreren kleinen Häusern beschreiben. Einige davon werden als Unterkünfte vermietet, während die Familie selbst dazwischen lebt.
Überall wachsen unterschiedlichste Pflanzen, kleine Wege verbinden die Gebäude und die typischen balinesischen Verzierungen schmücken das gesamte Gelände. Es wirkt unglaublich gemütlich und gepflegt. Jeden Tag wird gefegt, sich um die Pflanzen gekümmert und überall gearbeitet. Eine ältere Dame bereitet täglich die Opfergaben vor und verteilt sie anschließend auf dem gesamten Grundstück.
Unsere Lieblingsbeschäftigung ist es inzwischen, mit dem (für schlappe 3 Euro pro Tag) gemieteten Roller durch die Gegend zu fahren und immer wieder spontan anzuhalten. Mal für ein Essen in einem Warung, mal für einen Tempel, einen Wasserfall oder eine Reisterrasse.
Die Landschaft gefällt uns unglaublich gut. Überall Palmen, sattes Grün und Reisfelder, die sich durch die Hügel ziehen. Es gibt ständig etwas Neues zu entdecken.
Und dann geraten wir in unseren ersten richtigen Regenschauer. Da helfen nicht einmal die Regencapes dabei, trocken zu bleiben. :)
Am Sonntag besuchen wir noch den englischen Service einer christlichen Kirche mitten in Ubud: Worship und eine Predigt über Matthäus 11,18 die ins englische übersetzt wird. Es war nicht viel los aber ein Lokal erzählt uns später, dass die Gemeinde 250 Mitglieder hat (die bei dem balinesischen service teilnehmen). Damit haben wir nicht gerechnet. Der Hinduismus ist hier ja doch an jeder Ecke vertreten und sehr mit der Kultur verankert. Er erzählt uns, die Menschen sind viel zu sehr mit ihren Ritualen und Opfergaben beschäftigt um den Christen Probleme zu machen.
Sideman
Palmen und wunderschöne Naturbilder
Unser letzter Stop auf Bali ist fürs erste Sideman, das oft als das ruhigere Ubud bezeichnet wird.
Zwischen Palmen und Bananenbäumen liegt unsere Unterkunft mit Blick auf den Vulkan Agung. Wunderschöne kleine Häuschen verteilen sich zwischen den Pflanzen. Hier ist es herrlich ruhig, und wir genießen die Natur in vollen Zügen.
Wir gehen Baden im Wasserfall und sehen unglaubliche Naturpanoramen. Abgesehen davon gibt es hier viele der typischen Unterkünfte, die man auf Insta zu sehen bekommt. Die Warungs in der Nähe unserer Unterkunft sind leider mehr touristisch und daher fällt es uns hier etwas schwerer etwas wirklich gutes zu finden.
Und das war unser Anfang auf Bali. Morgen geht es weiter mit der Fähre zur Nachbarinsel: Lombok. Und über die Überfahrt hört man nicht viel Gutes… mal sehen was da auf uns zukommt :)
Fazit zur Reise bisher
Es ist einfach wundervoll. Bali gefällt uns unglaublich gut, und auch die “touristischen” Orte sind unserer Meinung nach auf jeden Fall einen Besuch wert. Man kann dem Trubel nämlich ganz einfach entgehen, wenn man ein paar Straßen weiter fährt.
Wir sind sehr entspannt in unsere Reise gestartet. Wir haben uns nicht stressen lassen und haben auch nie das Gefühl, etwas zu verpassen, wenn wir einfach mal einen Tag am Pool verbringen.
Die Zeit läuft uns – anders als in einem normalen Urlaub – nicht davon. Und das ist ein unglaubliches Privileg. Wir sind sehr dankbar, dass bisher alles so gut funktioniert hat und wir ohne größere Probleme unterwegs sind.
Es hat außerdem etwas Schönes, nicht kochen oder putzen zu müssen oder die Wäsche einfach abzugeben und sie wenige Stunden später sauber und gebügelt zurückzubekommen. Keine Verpflichtungen, keine Termine. Außer zwischendurch ein bisschen zu arbeiten :)
Wir vergessen hier regelmäßig, welcher Wochentag ist, wie spät es eigentlich ist und was am nächsten Tag ansteht. Und zumindest im Moment fühlt sich das genau richtig an.
Unser Traum ist jetzt Realität. So lange haben wir die Tage gezählt:
Wie viele Tage bis zum letzten Arbeitstag? Wie viele Tage bis zum Auszug? Wie viele Tage, bis es endlich losgeht?
Das war zwar eine schöne Zeit, doch jetzt zählen wir keine mehr.
Jetzt zählen wir Erinnerungen und leben unseren Traum.
Und genau darauf kommt es an.