Nach unserer Ankunft in Peking fahren wir mit dem Taxi zu unserer Unterkunft etwas außerhalb des Zentrums. Dank der nahegelegenen U-Bahn sind wir trotzdem gut angebunden.
Schon die ersten Eindrücke sind ungewohnt: Englisch spricht niemand und unsere Chinesischkenntnisse beschränken sich auf „Hallo“ - “你好
Nǐ hǎo" und „Danke“ - “谢谢 Xièxiè“. Die Verständigung wird also sicher noch zu einem kleinen Abenteuer. Dazu riecht unser eigentlich gebuchtes Nichtraucherzimmer nach Rauch, das Bett ist vermutlich das härteste, auf dem wir je geschlafen haben, und mit unseren großen Rucksäcken ziehen wir einige - nein, ALLE neugierigen Blicke auf uns.
Trotz der Müdigkeit gefällt uns Peking auf Anhieb. Bei einem Spaziergang am Abend entdecken wir auf Parkplätzen mehrere Gruppen, die gemeinsam tanzen und sich dehnen – ein spannender Einblick in den chinesischen Alltag.
Zum Abendessen landen wir schließlich in einem kleinen, typischen Restaurant mit niedrigen Tischen und Hockern direkt am Gehweg. Was genau wir bestellen, wissen wir nicht so recht. Umso größer ist die Überraschung, als wir frische, unglaublich leckere Nudeln, Fleischspieße und Reis mit süß-sauer Hähnchen bekommen. Und eines steht direkt fest: Das schmeckt ganz anders als das, was wir vom chinesischen Restaurant zu Hause kennen.
Ein erster Abend voller neuer Eindrücke, kleiner Herausforderungen und richtig gutem Essen
– wir sind gespannt, was Peking noch für uns bereithält. Die Nächsten folgenden Tage in Peking haben wir einiges vor:
TAG 1 - Die Verbotene Stadt
Eigentlich erkunden wir Sehenswürdigkeiten am liebsten auf eigene Faust und in unserem eigenen Tempo. Da wir spontan jedoch keine Tickets mehr für die Verbotene Stadt bekommen, entscheiden wir uns schließlich für eine englischsprachige Führung – und stellen schnell fest, dass das eine richtig gute Entscheidung war.
Doch bevor es losgeht, machen wir uns früh morgens mit der U-Bahn auf den Weg, um noch etwas zu frühstücken. In einer kleinen Gasse mit traditionellen Häusern entdecken wir mehrere kleine Restaurants. Eine ältere Dame winkt uns freundlich in ihren Laden. Auf den Tisch kommen frisch zubereitete Dumplings und frittierter Teig, der uns ein wenig an Rollkuchen erinnert. Einfach, authentisch und richtig lecker!
Gut gestärkt machen wir uns schließlich auf den Weg zu einer der berühmtesten Sehenswürdigkeiten Chinas. Statt uns in die meterlange Warteschlange einzureihen und mehrere Stunden zu warten, gelangen wir dank Fast-Track innerhalb von maximal 20 Minuten durch die strengen Sicherheitskontrollen. Und so hat sich die geführte Tour jetzt schon gelohnt.
Wir starten am Tian’anmen-Platz, einem der bekanntesten und geschichtsträchtigsten Plätze Chinas. Er liegt direkt südlich der Verbotenen Stadt und ist vor allem für seine enorme Größe und politische Bedeutung bekannt.
Von dort aus geht es weiter in die Verbotene Stadt, die über 500 Jahre lang als Kaiserpalast diente. Hier lebten und regierten die chinesischen Kaiser der Ming- und Qing-Dynastie. Die riesige Anlage besteht aus zahlreichen Palästen, Innenhöfen und kunstvoll verzierten Gebäuden mit den typisch goldenen Dächern und roten Mauern. Überall gibt es etwas zu entdecken und dank unserer Führung erfahren wir viele spannende Details über das Leben am kaiserlichen Hof.
Allerdings merken wir schnell, dass die Besichtigung ganz schön anstrengend ist. Die Anlage ist riesig, wir legen unzählige Schritte zurück und die drückende Hitze macht uns ordentlich zu schaffen. Zum Glück habe ich mir zuvor in einem kleinen Laden einen Mini-Ventilator gekauft, der sich jetzt als echte Rettung erweist!
Trotz der Anstrengung ist die Verbotene Stadt definitiv ein beeindruckender Start in unsere Zeit in China – und wir sind froh, dass wir uns für die Führung entschieden haben.
Tag 2 - die Chinesische Mauer & Peking Ente
Wir haben das Gefühl, die Chinesen lieben Gondeln, aber darauf verzichten wir heute. Stattdessen entscheiden wir uns für einen Eingang, bei dem wir die Treppen zu Fuß zur chinesischen Mauer hinaufsteigen. Das ist nicht nur deutlich günstiger, da wir lediglich den Eintritt bezahlen, sondern hat noch einen weiteren Vorteil: Hier sind außer uns gerade einmal vier andere Menschen unterwegs. So umgehen wir die langen Warteschlangen.
Nach etwa 20 Minuten die Treppen bergauf, stehen wir schließlich auf der Mauer. Wir hatten ehrlich gesagt keine großen Erwartungen – umso beeindruckender ist es, dieses gewaltige Bauwerk mit eigenen Augen zu sehen. Die Mauer zieht sich schier endlos über die Berge, vorbei an alten Wachtürmen. Rundherum gibt es nichts als grüne Berge und Bäume. Ein unglaublicher Anblick!
Hier treffen wir auch auf einige andere ausländische Touristen. Gemeinsam mit zwei Deutschen aus Essen machen wir uns, nachdem wir die Aussicht ausgiebig genossen und einige Fotos geschossen haben, wieder auf den Weg nach unten. Hier gibt es auch eine Rodelbahn den Berg hinunter. Allerdings ist auch hier die Schlange so lang, dass wir vermutlich mehrere Stunden warten müssten. Darauf verzichten wir dann doch lieber.
Nach dieser erfolgreichen Wanderung haben wir uns eine richtig gute Mahlzeit verdient. Also geht es zurück in die Stadt. Dort spazieren wir zunächst noch an einem See entlang, bevor wir uns endlich in ein Restaurant setzen. Denn auf ein Gericht freue ich mich ganz besonders: die berühmte Pekingente!
Nach einer längeren Wartezeit und einigen wortlosen Konversationen mit den Einheimischen ist es endlich so weit. Ein Wagen mit der fertigen Ente wird an unseren Tisch geschoben. Der Koch beginnt, sie direkt vor uns aufzuschneiden. Schon beim Anblick läuft mir das Wasser im Mund zusammen: Die Ente sieht unglaublich saftig aus, und die glänzende Haut verspricht einiges.
Und was soll ich sagen? Es ist eines der besten Gerichte, die wir jemals gegessen haben! Das Fleisch ist butterzart, der Geschmack unglaublich intensiv und die Haut richtig knusprig. Beim Reinbeißen schmilzt das Fett förmlich im Mund. Wow!
Dazu werden kleine Appetizer serviert. Einer davon besteht aus einem Stück Toast, einer Scheibe Melone und knuspriger Entenhaut, getoppt mit Kaviar. Eine Kombination, auf die wir selbst niemals gekommen wären, die aber einfach perfekt funktioniert. Ein komplett neuer Geschmack den wir zuvor nie hatten.
Die klassische Variante ist allerdings mein Favorit: Man wickelt das Entenfleisch zusammen mit frischem Gemüse und Sauce in einen dünnen Pfannkuchen. Jeder Bissen ist eine kleine Geschmacksexplosion – süßlich, herzhaft, knusprig und zart zugleich.
Glücklich und mehr als satt verlassen wir das Restaurant. Ein Tag voller beeindruckender Landschaften, unvergesslicher Eindrücke und kulinarischer Highlights. Wenn das so weitergeht, kann China uns definitiv noch öfter überraschen! (Spoiler: Wird es! )
In den ersten zwei Tagen in Peking haben wir schon unglaublich viel erlebt – von der Verbotenen Stadt über die Chinesische Mauer bis hin zu kulinarischen Highlights. Doch das war längst nicht alles!
Wie unsere nächsten beiden Tage aussehen, welche spannenden Begegnungen wir mit Einheimischen haben, warum wir sogar kleine Geschenke bekommen und welchen ersten Eindruck wir von den Menschen in China gewinnen, kannst du im 2 Teil des Peking Blogs nachlesen:
…in Arbeit…